Entrepreneur aus der Dissertation



Ein paar interessante Folien zu Startups mit Prozessdarstellung und dem Abgleich von Wertversprechen und Kundenbedürfnis: Corporate Startup: Disruptive Innovation mit Lean Startup & Design Thinking

[Ungefähr einen Tag später...]

Ich habe mal zu dem Modell recherchiert, das im Zentrum der obigen Präsentation steht. Dabei kam heraus, dass die ganze Idee offensichtlich mal eine Dissertation war und sich mittlerweile als NY-Times Best-Seller verkauft. Nachdem, was ich seinem LinkedIn-Profil entnehmen konnte, hat der Autor an der Schweizer Uni HEC Lausanne (obere Liga bei den WiWis) Wirtschaftskram studiert und ist dann noch in seiner Promotionszeit (4,5 Jahre) als Gründer gestartet. Sprechergage, meint er auf seinem Kontaktformular, wäre auf dem durchschnittlichen Niveau eines NYT-Best-Sellers. Nach kurzer Recherche schätze ich das auf $40.000 (~30.000 €) pro Vortrag. Nicht schlecht. Gute Ausgangslage + gute Idee + Durchboxen = Coolio!

Unabhängig davon, ob man das jetzt nachmachen kann und will, stellt sich mir die Frage, wie nützlich die Idee einer Dissertation für die Allgemeinheit sein sollte. - In der IT-Branche schwingt schließlich - auch in der wissenschaftlichen Arbeit - immer eine gewisse Grunderwartung von praktischer Anwendbarkeit mit. Allerdings verkauft sich die IT immer noch nicht besonders gut. Im Rahmen persönlicher Lebensplanung versuche ich es so zu gestalten, dass es ein durchgängiges "Thema" gibt. Bei mir also zum Beispiel mal den großen Bereich "Software-Qualität". - Und da sollte die Diss auch schon ein wichtiger Grundstein sein. Alles, was ich jetzt lerne, soll später anderen nutzen können. Das ist, denke ich, das eigentliche Ziel dieser Promotion.

Jedenfalls habe ich jetzt große Lust, richtig anzufangen. Fragen stellen, Probleme und Lösungen finden und strukturieren. Etwas Nützliches erschaffen. - Aber erstmal müssen der Projektbericht, das aktuelle Paper und die Change-Vorlesung fertig werden. *zähneknirsch*

Dennoch: Diese 1,5 Stunden investierter Zeit (Recherche +Dokumentation) waren ganz nützlich, denke ich.

Leichte Zeitnot

Wie die Zeit rennt! Ein extrem ruhiger Herrentag liegt hinter und ein extrem geschäftiger Monat vor mir.


Vor kurzem wurde ich als Vortragender zum hiesigen Doktorandenkolloquium an der FHB eingeladen. Das ist interessant, zumal die FH kaum etwas mit meiner Promotion zu tun hat. Das kostet Zeit, aber es hilft bestimmt auch, die Gedanken zur Diss mal wieder zu fokussieren und den Gesamtverlauf zu planen. Die Uhrzeit (16:30 Uhr) ist alles andere als familienfreundlich, aber als junger Elter (= Einzahl von "Eltern", klingt aber wie eine Raupe) hat man sich daran gewöhnt, dass die Leute einfach davon ausgehen, dass man keine Kinder hat. Und wenn sie es dann wissen, wissen sie es oft trotzdem nicht, weil sie selbst keine haben. - Das ist kein Vorwurf, nur eine Problemdefinition. (Wo bleibt meine persönliche Awareness-Kampagne für "Junge Eltern in der Wissenschaft"?! ;-)

Ansonsten schreibe ich fleißig Paper für verschiedene Konferenzen (natürlich eins nach dem anderen, um Multitasking-Verluste zu vermeiden). Ich finde es aber etwas komisch, dass ich momentan eher getrieben bin, als dass ich selbst richtig aktiv bestimmen kann. Wie viele Papers sollte ich pro Jahr veröffentlichen? Der Doktorvater sagt fünf, was auch dem Durchschnitt auf vielen Professoren-Homepages entspricht. Ich sollte die Papers ja eigentlich schreiben, um die Ideen für die Diss im echten Leben zu testen. Allerdings mache ich das bis jetzt noch nicht so stringent, sondern eher nach den Themen der Konferenzen und meinen (sehr breiten) persönlichen Interessen.

Zum Tag der offenen Tür der FHB hatte ich ein kurzes Planspiel zu agilem Projektmanagement für Schüler mit Lego vorbereitet. Vorbereitung hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt. Ich hoffe, ich kann das noch öfters unterbringen (Wiederverwendung --> Synergie!). Hier ein Schnappschuss von der Aktion (den ich gerade auch noch getwittert habe und eigentlich auch noch auf die MQR-Homepage stellen müsste, um auch wirklich jede Werbemaßnahme ergriffen zu haben #TueGutesUndSprichDarüber):


Unser Industrieprojekt wird in diesem Monat enden. Ein Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen ist zu schreiben und einige weitere Dokumentationen zu erstellen. Der Stundensatz sinkt zwar immer weiter, aber ich hoffe auf wenigstens ein Anschlussprojekt dort.

Nebenbei läuft auch noch ein App-Entwicklungsprojekt an, zu dem ich aber noch nichts genaues sagen kann und darf.

Eins, über das ich sprechen darf, weil es schon verfügbar ist, ist die von Alexandru Severin, einem Studenten der FHB, entwickelte IBran-App. Ich habe versucht, das Ganze mal in Richtung Vermarktungsmöglichkeit für den Studentenkeller zu drehen. Mal gucken, was dabei rauskommt. Der rudimentäre Webservice für die Mensa-Funktion ist übrigens von mir. Da muss ich aber auch mal noch nacharbeiten.

Einige Aufgaben bleiben allerdings auch liegen und werden mir bestimmt bald um die Ohren fliegen. Wir werden sehen.

LaTeX: Springers LNBIP-Vorlage läuft nicht mit *.bib-Dateien - Konvertierung von BIB zu BBL mit bibitems

Hat mich jetzt Zeit gekostet. Ich will's aber mal dokumentieren.

Problem
Springer Latex-Vorlage verlangt \bibitems im *.tex-Dokument als Quellenverzeichnis. *.bib-Dateien werden (offenbar) nicht unterstützt.

Lösung
Citavi-Export der Bib-Datei.

Diese Datei im Projekt referenzieren:
 \begin{thebibliography}{5}  
 \bibliographystyle{plain} // wichtig, sonst verschluckt sich bibtex  
 \bibliography{quellen} // die aus Citavi exportierte quellen.bib-Datei  
 \end{thebibliography}  

Dann im Projekt "latex" laufen lassen. Es wird eine "mein_projekt.aux" erstellt.

Dann im Projektverzeichnis "bibtex mein_projekt" starten. Es wird eine "mein_projekt.bbl" erstellt.

Den Inhalt der bbl-Datei kopieren und ins Projekt einfügen:

 \begin{thebibliography}{5}  
   \bibitem...
 \end{thebibliography}  

Latex laufen lassen. Fertig.

Fazit
Ein (weiterer) schlechter Scherz von LaTeX.

Schreibwerkzeuge

Kurznotiz zu Schreibwerkzeugen: LaTeX zerstört den schöpferischen Prozess! Bei Word kann ich wenigstens erstmal "drauflos" schreiben und dann ergänzen. Mit der 2007er Version habe ich auch meine Forschungsstudie geschrieben: 40.000 Wörter, 220 Quellen, 150 Seiten, 61 Abbildungen, 11 Tabellen. - Und alles sieht so aus, wie ich es gern hätte.

Für die Diss nehm ich natürlich auch LaTeX. Aber für Papers ist mir das hakelige Neu-Kompilieren des "Quellcodes" und die nervigen Fehlermeldungen für die verschiedenen Templates (IEEE, LNBIP etc.) ein Dorn im Auge. Es fühlt sich so an, als sollte das nicht meine Aufgabe sein.

Frei von Ablenkungen bin ich erst mit dem Ausblenden aller funkelnder Armaturen der Textverarbeitung und des Betriebssystems. Meine Empfehlung dazu lautet: Q10. - Das ist dann das Äquivalent zum produktiven Schreiben ohne Internetzugang (z. B. im Zug). Aber auch da muss man irgendwann anfangen zu strukturieren. Und Quellen einfügen ist natürlich auch erstmal nicht drin. Für den konzentrierten Entwurf oder das Finden von Formulierungen ist das aber sicherlich mal wieder einen Versuch wert.

Gesamtwertung auf dem Kreativitätskontinuum:

[Strukturiert] LaTeX -------------- Word --------------- Q10 [Kreativ]



Forschungsplan (Research Agenda)

In meinen bisherigen Forschungsaktivitäten habe ich mich etwas von Doktorvater und Konferenzumfeld vorantreiben lassen. Nun wird es wohl langsam Zeit, sich selbst konkretere Gedanken zum Forschungs- und Dissertationsthema zu machen. Die Themen bisher waren tatsächlich relativ breit gefächert, was für den Anfang sicherlich okay ist. Insgesamt ist es aber wohl besser, einen langfristigen Plan zu haben, durch den man schrittweise zu einem kohärenten Gesamtwerk. Den Begriff "kohärent" in diesem Zusammenhang habe ich übrigens in diesem Dokument gefunden. Er bedeutet "zusammenhängend" und das gefällt mir sehr gut für so eine Arbeit.

Außerdem bin ich in den letzten Wochen zu der Einsicht gekommen, mehr meiner angeeigneten Gedanken wiederzuverwenden um Synergien zu schaffen und damit die Gesamtbelastung zu reduzieren. Wenn also ein Workshop zu einem Thema durchgeführt wurde, sollte dieser auch häufiger gewinnbringend durchgeführt werden. - Erfahrungskurve und so. Um mehr derartige Synergie zu schaffen, muss ich also Themen und Arbeitsbereiche finden, die mir Spaß machen, großen Wert für Andere darstellen und möglichst in allen meinen Jobs vorkommen. Das erinnert mich an mein Lieblings-Venn-Diagramm von Bud Caddell, das ich jedem Leser nur wärmstens ans Herz legen kann:


Deshalb hängt es auch an meiner Pinnwand:



Das Industrieprojekt läuft parallel zum wissenschaftlichen Tagesgeschäft und wird absehbar wohl auch die eine oder andere Publikation hervorbringen. - Endlich mal eine mit stärkerem Praxisbezug. Daneben habe ich auch darüber nachgedacht, mal eine empirische Studie mit Studierenden durchzuführen. Mal sehen, was sich hier thematisch ergibt.

Achso, und der Forschungsplan wird natürlich in irgendnem Konferenzbeitrag verwurstet ("Constructive Software Quality: A Research Agenda"). Dann gibt's zur inneren Orientierung auch noch ne Publikation. - Synergie, Baby!

Nachtrag: Hier noch eine gute Quelle zur Research Agenda: ‘Setting a Research Agenda’ Workbook.

"All-U-Can-Drink"-App

Nach langem Forschen an mobilen Applikationen habe ich nun auch mal was praktisches zum Thema gemacht und eine "App" im Google Play Store veröffentlicht.
Alte Entwicklungs-Version


Technisch hochgradig interessant (hybride App mit AngularJS und jQuery, mit PhoneGap gewrappt) und benutzen kann man sie auch irgendwie. Den Algorithmus habe ich aus meiner schon etwas älteren "All-U-Can-Drink"-Web-Applikation von PHP auf JavaScript portiert.

Check it out!

Update 09.05.2014:
- Fotos hinzugefügt
- den Code dazu gibt's auf Github (zu meiner Schande noch nicht Pseudo-Objekt-orientiert mit Dart, TypeScript, o.ä. ;-)
- Holla, holla! - Schon "1-5 Installationen" laut Play Store. Das kann sich doch sehen lassen! ;-)

Recherche-Tag

Die Kinder dürfen noch eine Folge "Micky Maus Wunderhaus" gucken und ich habe Zeit für einen kurzen Statusbericht.

Heute war ein ungeplanter Recherche-Tag. Eigentlich sollte ich Material für die Change Management-Vorlesung vorbereiten. Das ist dann aber schnell ausgefallen, weil ich spontan einen Gliederungsentwurf für die Dissertation niederschreiben wollte. Das hat sich mit zusätzlicher Recherche dann über den ganzen Tag hingezogen. Ich habe einiges gelernt und auch ein zwei gute Quellen gefunden. Unter anderem bin ich aber (glücklicherweise, muss man sagen) auch auf einen Eintrag in der englischen Wikipedia gestoßen, der einen Teil meiner in den letzten Wochen gemachten Entdeckung eines älteren sehr interessanten Magazinbeitrags enthält. Wovon ich also dachte, dass ich es mal wissenschaftlich "neu beleuchten" und stärker in den Diskurs bringen könnte, steht bereits als allgemeines Weltwissen in der Wikipedia. - Ärgerlich. Aber aus unterschiedlichsten Gründen natürlich gut, dass ich es gefunden habe.

Jetzt wird noch ein Gemeinschafts-Paper formatiert und ein bisschen Sport gemacht. Übrigens: LaTeX wirkt auf mich immer weniger wie das "professionelle" Werkzeug als das es gerühmt wird. Ich habe jetzt schon einige Beiträge damit geschrieben. Aber um sowas wie überlange Zeilen und Unicode-Probleme sollte man sich auch mit einem etwas technischeren Schreibprogramm nicht rumschlagen müssen. Alles lösbar, ja, aber Spaß macht's dadurch nicht immer.

Schönen Abend, zusammen!