LaTeX: Springers LNBIP-Vorlage läuft nicht mit *.bib-Dateien - Konvertierung von BIB zu BBL mit bibitems

Hat mich jetzt Zeit gekostet. Ich will's aber mal dokumentieren.

Problem
Springer Latex-Vorlage verlangt \bibitems im *.tex-Dokument als Quellenverzeichnis. *.bib-Dateien werden (offenbar) nicht unterstützt.

Lösung
Citavi-Export der Bib-Datei.

Diese Datei im Projekt referenzieren:
 \begin{thebibliography}{5}  
 \bibliographystyle{plain} // wichtig, sonst verschluckt sich bibtex  
 \bibliography{quellen} // die aus Citavi exportierte quellen.bib-Datei  
 \end{thebibliography}  

Dann im Projekt "latex" laufen lassen. Es wird eine "mein_projekt.aux" erstellt.

Dann im Projektverzeichnis "bibtex mein_projekt" starten. Es wird eine "mein_projekt.bbl" erstellt.

Den Inhalt der bbl-Datei kopieren und ins Projekt einfügen:

 \begin{thebibliography}{5}  
   \bibitem...
 \end{thebibliography}  

Latex laufen lassen. Fertig.

Fazit
Ein (weiterer) schlechter Scherz von LaTeX.

Schreibwerkzeuge

Kurznotiz zu Schreibwerkzeugen: LaTeX zerstört den schöpferischen Prozess! Bei Word kann ich wenigstens erstmal "drauflos" schreiben und dann ergänzen. Mit der 2007er Version habe ich auch meine Forschungsstudie geschrieben: 40.000 Wörter, 220 Quellen, 150 Seiten, 61 Abbildungen, 11 Tabellen. - Und alles sieht so aus, wie ich es gern hätte.

Für die Diss nehm ich natürlich auch LaTeX. Aber für Papers ist mir das hakelige Neu-Kompilieren des "Quellcodes" und die nervigen Fehlermeldungen für die verschiedenen Templates (IEEE, LNBIP etc.) ein Dorn im Auge. Es fühlt sich so an, als sollte das nicht meine Aufgabe sein.

Frei von Ablenkungen bin ich erst mit dem Ausblenden aller funkelnder Armaturen der Textverarbeitung und des Betriebssystems. Meine Empfehlung dazu lautet: Q10. - Das ist dann das Äquivalent zum produktiven Schreiben ohne Internetzugang (z. B. im Zug). Aber auch da muss man irgendwann anfangen zu strukturieren. Und Quellen einfügen ist natürlich auch erstmal nicht drin. Für den konzentrierten Entwurf oder das Finden von Formulierungen ist das aber sicherlich mal wieder einen Versuch wert.

Gesamtwertung auf dem Kreativitätskontinuum:

[Strukturiert] LaTeX -------------- Word --------------- Q10 [Kreativ]



Forschungsplan (Research Agenda)

In meinen bisherigen Forschungsaktivitäten habe ich mich etwas von Doktorvater und Konferenzumfeld vorantreiben lassen. Nun wird es wohl langsam Zeit, sich selbst konkretere Gedanken zum Forschungs- und Dissertationsthema zu machen. Die Themen bisher waren tatsächlich relativ breit gefächert, was für den Anfang sicherlich okay ist. Insgesamt ist es aber wohl besser, einen langfristigen Plan zu haben, durch den man schrittweise zu einem kohärenten Gesamtwerk. Den Begriff "kohärent" in diesem Zusammenhang habe ich übrigens in diesem Dokument gefunden. Er bedeutet "zusammenhängend" und das gefällt mir sehr gut für so eine Arbeit.

Außerdem bin ich in den letzten Wochen zu der Einsicht gekommen, mehr meiner angeeigneten Gedanken wiederzuverwenden um Synergien zu schaffen und damit die Gesamtbelastung zu reduzieren. Wenn also ein Workshop zu einem Thema durchgeführt wurde, sollte dieser auch häufiger gewinnbringend durchgeführt werden. - Erfahrungskurve und so. Um mehr derartige Synergie zu schaffen, muss ich also Themen und Arbeitsbereiche finden, die mir Spaß machen, großen Wert für Andere darstellen und möglichst in allen meinen Jobs vorkommen. Das erinnert mich an mein Lieblings-Venn-Diagramm von Bud Caddell, das ich jedem Leser nur wärmstens ans Herz legen kann:


Deshalb hängt es auch an meiner Pinnwand:



Das Industrieprojekt läuft parallel zum wissenschaftlichen Tagesgeschäft und wird absehbar wohl auch die eine oder andere Publikation hervorbringen. - Endlich mal eine mit stärkerem Praxisbezug. Daneben habe ich auch darüber nachgedacht, mal eine empirische Studie mit Studierenden durchzuführen. Mal sehen, was sich hier thematisch ergibt.

Achso, und der Forschungsplan wird natürlich in irgendnem Konferenzbeitrag verwurstet ("Constructive Software Quality: A Research Agenda"). Dann gibt's zur inneren Orientierung auch noch ne Publikation. - Synergie, Baby!

Nachtrag: Hier noch eine gute Quelle zur Research Agenda: ‘Setting a Research Agenda’ Workbook.

"All-U-Can-Drink"-App

Nach langem Forschen an mobilen Applikationen habe ich nun auch mal was praktisches zum Thema gemacht und eine "App" im Google Play Store veröffentlicht.
Alte Entwicklungs-Version


Technisch hochgradig interessant (hybride App mit AngularJS und jQuery, mit PhoneGap gewrappt) und benutzen kann man sie auch irgendwie. Den Algorithmus habe ich aus meiner schon etwas älteren "All-U-Can-Drink"-Web-Applikation von PHP auf JavaScript portiert.

Check it out!

Update 09.05.2014:
- Fotos hinzugefügt
- den Code dazu gibt's auf Github (zu meiner Schande noch nicht Pseudo-Objekt-orientiert mit Dart, TypeScript, o.ä. ;-)
- Holla, holla! - Schon "1-5 Installationen" laut Play Store. Das kann sich doch sehen lassen! ;-)

Recherche-Tag

Die Kinder dürfen noch eine Folge "Micky Maus Wunderhaus" gucken und ich habe Zeit für einen kurzen Statusbericht.

Heute war ein ungeplanter Recherche-Tag. Eigentlich sollte ich Material für die Change Management-Vorlesung vorbereiten. Das ist dann aber schnell ausgefallen, weil ich spontan einen Gliederungsentwurf für die Dissertation niederschreiben wollte. Das hat sich mit zusätzlicher Recherche dann über den ganzen Tag hingezogen. Ich habe einiges gelernt und auch ein zwei gute Quellen gefunden. Unter anderem bin ich aber (glücklicherweise, muss man sagen) auch auf einen Eintrag in der englischen Wikipedia gestoßen, der einen Teil meiner in den letzten Wochen gemachten Entdeckung eines älteren sehr interessanten Magazinbeitrags enthält. Wovon ich also dachte, dass ich es mal wissenschaftlich "neu beleuchten" und stärker in den Diskurs bringen könnte, steht bereits als allgemeines Weltwissen in der Wikipedia. - Ärgerlich. Aber aus unterschiedlichsten Gründen natürlich gut, dass ich es gefunden habe.

Jetzt wird noch ein Gemeinschafts-Paper formatiert und ein bisschen Sport gemacht. Übrigens: LaTeX wirkt auf mich immer weniger wie das "professionelle" Werkzeug als das es gerühmt wird. Ich habe jetzt schon einige Beiträge damit geschrieben. Aber um sowas wie überlange Zeilen und Unicode-Probleme sollte man sich auch mit einem etwas technischeren Schreibprogramm nicht rumschlagen müssen. Alles lösbar, ja, aber Spaß macht's dadurch nicht immer.

Schönen Abend, zusammen!

Lektion des Tages: Das eigene Qualitätsempfinden stimmt nicht zwangsläufig mit der externen Bewertung überein


Im Nachsatz zum reumütig-selbstkritischen Eintrag von Gestern muss ich heute schreiben, dass der Vortrag wohl doch nicht so schlecht gewesen sein konnte, wie ich dachte. Schließlich hat es dieses Jahr (wieder) für den zweiten Platz beim „Best Speaker Award“ der ceCMG gereicht. Und da der eigentliche Gewinner 1.) nicht da und 2.) aus den USA war, habe ich den Buchpreis abgestaubt: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson.


Ich schiebe das zum Teil, wie letztes Jahr auch, auf meine vorteilhafte Position, 1.) ein Hype-Thema vertreten zu können und 2.) damit auch noch einen überproportionalen Anteil von Studenten (korrekt gegendert!) anzuziehen. Allerdings bin ich nicht Opfer des Imposter-Syndroms: Präsentieren ist eine meiner persönlichen Stärken und ich freue mich, wenn ich sie hin und wieder (und hoffentlich auch wieder häufiger) erfolgreich einsetzen kann.

P.s. Wer keine Aufzählungen mag, weil ihm das 1.) zu elitär-wissenschaftlich oder 2.) zu unleserlich ist, sollte 1.) lernen, dass man damit auch lange Argumentationsketten viel strukturierter wiedergeben kann, sollte sich 2.) ohnehin auf Wesentlicheres konzentrieren und kann deshalb 3.) jetzt mal schön die Klappe halten.


Lektion des Tages: Qualität statt Quantität

Eigentlich hätte ich es besser wissen sollen. Schließlich beschäftigte ich mich schon mit Qualitätssicherung und predige selbst, dass ein frühes und ganzheitliches Qualitätsbewusstsein und adäquates Handeln Voraussetzung für eine gute Ergebnisqualität ist. - Und, dass Nachlässigkeit am Anfang sich am Ende immer rächt. 80/20 funktioniert manchmal eben nicht.

Ich habe das zuletzt bei einem wissenschaftlichen Beitrag gemerkt, der zugegebenermaßen nicht besonders anspruchsvoll und tiefgreifend war und ein "Quick Win" für mich sein sollte, weil ich ihn bei zwei unterschiedlichen Gelegenheiten einsetzen konnte: Einmal als Paper und woanders als Vortrag. Ein lohnender Ansatz, sollte man meinen. - Alles Quatsch! Das Paper ist gerade so als verkürzter Beitrag angenommen worden, sodass ich zusätzlich noch stark kürzen musste. Der Vortrag war in Ordnung, entsprach aber auch nicht meinem Qualitätsanspruch und der Doktorvater empfahl etwas mehr Strukturierung und Fundierung. Insgesamt also viel zu viel Nacharbeit. Wenn ich es gleich richtig gemacht hätte, wären die Folgeaktionen weniger aufwändig und ertragreicher gewesen.

Lektion für mich: Pareto funktioniert nicht immer bei wesentlichen Kernaufgaben. Aber immer rächt sich schlechte Qualität.

Mit den Worten von Crosby: "Quality is free." ~ Qualität kostet nichts.